Newsletter Juni/Juli 2011

Benehmen – Sanktionen
Da viele unserer Kinder in der vor- und pubertierenden Phase sind, mussten wir eine Methode einführen, um sie kontrollieren zu können. Deshalb füllen wir nun jeden Tag ein Feedback über jedes Kind aus. Im Ganzen werden 25 Punkte evaluiert. Dies sind zum Beispiel:

1. Körperliche Hygiene
2. Schulleistung und Fleiss
3. Benehmen im Esszimmer
4. Folgen
5. Sorge zu Sachen halten
6. Schlafzimmerordung und Sauberkeit
7. Streit
8. Ämtliausführung
9. Wortschatz
10. Pünktlichkeit
11. Nicht barfuss laufen
etc....

Alle Erzieher bewerten jedes Kind und zusammen werden die Feedbacks ausgefüllt. Für nicht erreichte Punkte werden Kreuze vergeben. Ziel des Monats ist es natürlich, so wenig Kreuze wie möglich zu haben. Um die Kreuze zu eliminieren, müssen die Kinder jeweils Aufgaben erledigen wie z. B. Wischen, Putzen, Holzholen etc.

Ferien in Santa Rosa de Copan
Am 29. Juni feiert man den Stadtheiligen San Pedro. Deswegen hatten die Kinder in dieser Woche Schulferien, welche wir in Santa Rosa de Copan in der Kaffeeplantasche verbrachten. Dieses Mal mussten viele ihre Kreuze eliminieren, sodass diese Ferien für manche eher zum „Kreuzchenabarbeiten“ wurden. Ansonsten genossen alle das Baden und erfreulicherweise können schon fast alle schwimmen. In Santa Rosa geniessen die Kinder auch die „grenzenlose“ Freiheit, wie zum Beispiel das Spazieren im Wald. Auch tut ihnen das frische Klima gut.

Maisplantage
Mit grosser Freude darf ich euch schreiben, dass unsere Maispflanzen in die Höhe gehen. Die Grössten erreichen eine Höhe von ca. 2 Meter und schon sind die kleinen Maiskolben am blühen. Für uns alle ist es sehr schön zu sehen, dass alle unsere grünen Plätzchen in voller Maiskolbenblüte stehen.

Brayan, hoffnungsloser Schüler
Unser Brayan ist ein sehr spezieller Knabe mit sehr vielen guten Eigenschaften, aber eben ist die Schule nicht seine Stärke. Er besucht nun zum zweiten Mal die erste Klasse und ich musste feststellen, dass er grosse Lernschwierigkeiten hat. Er leidet unter Diskalkulie (Rechenschwierigkeiten) und ist Legastheniker. Seine Lehrerin hat leider keine Zeit, speziell auf ihn einzugehen, was auch verständlich ist, mit 42 Erstklässlern. Ich unterrichte ihn nun immer am Nachmittag auf eine spezielle spielerische Art und versuche so, dass er wenigstens die Buchstaben und das Rechnen ein wenig versteht, um die Klasse bestehen zu können. Leider gibt es weder Stützlektionen noch Heilpädagogen in Honduras, sodass ein schwacher Schüler überhaupt keine Chance bekommt, etwas lernen zu können.

Neue Volontärin Marlen
Seit anfangs Juli ist Marlen Künzli aus Savognin bei uns und sie hilft überall wo sie nur kann. Sie schaut sehr lieb und verantwortungsbewusst zu unseren 6 Kleinsten und während die Kleinen ihr Mittagsschläfchen machen, näht sie kurze Hosen, färbt weisse Badetücher, bastelt Dekorationen etc. Sie ist von allen Kindern und den Heimmitarbeitern von Herzen aufgenommen worden.

Wasser- und Stromausfall
Leider haben wir in den letzten Monaten mehrmals Wasser- und Stromausfall. Stromausfall bedeutet Sauna, denn es ist fast nicht aushaltbar ohne Ventilatoren zu schlafen.
Wassermangel ist der Horror für mich. Denn mit 33 Kindern einen Tag lang ohne Wasser zu sein ist eine grosse Herausforderung. An einem Sonntag hatten wir keinen Tropfen mehr; weder zum Kochen, zum Duschen, aber auch nicht um die Toiletten zu spülen. Ich war so verzweifelt, dass ich die Feuerwehr rief, welche zum Glück kam und uns den Wassertank füllte.

Fischzucht
Die Hilfsorganisation „Bolsa Samaritana“ hat uns eine Fischzucht eingerichtet. Sie hat uns die ganze Zuchtausrüstung sowie auch das Essen für die Fische zur Verfügung gestellt. Momentan haben wir 100 Tilapias, welche in 4 Monate Essensreif sein müssten.

Besuch aus Nordamerika
Seit letztem Jahr haben wir regelmässig Kontakt zu einer jugendlichen Gruppe von der Gran Comission aus Nordamerika. Sie besuchten uns letztes Jahr zum ersten Mal und da es ihnen bei uns so gut gefallen hatte, kamen sie auch dieses Jahr für eine Woche wieder. Sie waren 5 Erwachsene und 3 Jugendliche und unternahmen viel mit den Kindern, malten unsere Wand beim Fussballplatz mit der Arche Noah an und am letzten Tag sind wir noch gemeinsam ans Meer gefahren. Obwohl unser Besuch nur englisch spricht, haben sie sich sehr gut mit unseren Kindern verstanden und auch eine herzliche Freundschaft aufgebaut.