Newsletter 1. Quartal 2026

Highlight

Der Besuch unserer Freunde und Spender Teresa und Gerard van Kesteren sowie Viera und Paul Geissbühler war ein unglaubliches und unvergessliches Erlebnis. Sie begleiteten uns für einige Tage und besuchten gemeinsam mit uns all unsere Projekte.

Dabei hatten sie die Möglichkeit, sich persönlich mit den Kindern, den Familien aus dem Dorf sowie den Schülern der Schule «El Alpinista» auszutauschen. Ebenso konnten wir ihnen die verschiedenen Arbeitsplätze der volljährigen Mädchen, die nun als Erwachsene in unserer WG leben, zeigen und einen Einblick in deren tägliche Arbeit geben.

Während ihres Besuchs fanden auch mehrere Gespräche und Sitzungen statt, in denen wir ihnen von Herzen danken konnten – für ihre jahrelange treue Unterstützung, sowohl finanziell als auch emotional. Dieses Engagement bedeutet uns sehr viel und ist eine grosse Stütze für unsere Arbeit.

Kinderheim - San Pedro Sula

Neues Schuljahr

Nach den langen dreimonatigen Schulferien hat im Februar endlich das neue Schuljahr begonnen. Derzeit begleiten wir drei Kinder im Kindergarten, 16 Primarschüler, vier Sekundarschüler sowie sechs Jugendliche in der Matura. Fünf von ihnen absolvieren in diesem Jahr ihr letztes Maturajahr.

Besonders stolz sind wir darauf, dass wir zudem sechs unserer Jugendlichen bei ihrem Studium an der Universität unterstützen dürfen. Sie haben sich für unterschiedliche Studienrichtungen entschieden: zweimal Rechtswissenschaften, einmal Psychologie, einmal Industrieingenieurwesen, einmal Krankenpflege und einmal Logistik und Hafenoperationen.

Bildung ist für unsere Kinder und Jugendlichen von enormer Bedeutung. Sie eröffnet Chancen, schenkt Perspektiven und ermöglicht es ihnen, eines Tages ein selbstständiges und unabhängiges Leben aufzubauen. Viele unserer Kinder kommen aus schwierigen Verhältnissen und hätten ohne Unterstützung kaum Zugang zu einer guten Schulbildung oder einem Universitätsstudium. Deshalb ist es uns ein grosses Anliegen, sie auf diesem Weg zu begleiten und zu fördern.

Inflation

Laut dem honduranischen Privatwirtschaftsrat COHEP (Consejo Hondureño de la Empresa Privada) lag die allgemeine Inflation im Februar 2026 bei 3,46%, während die Lebensmittelinflation 4,20% erreichte. Die Inflationsentwicklung im Februar 2026 wurde durch Preissteigerungen bei 59,5% der Produkte erklärt, die den für ihre Messung verwendeten Warenkorb bilden.

Diese Preissteigerungen wirken sich auch direkt auf unser Kinderheim aus. Die steigenden Kosten für Lebensmittel, Hygieneartikel, Transport und die alltägliche Versorgung bedeuten, dass die Ausgaben für die Betreuung und Versorgung unserer Kinder kontinuierlich zunehmen. 

Dank der Photovoltaikanlage, die uns Familie Sauter letztes Jahr geschenkt hat, sind die Stromkosten um 80% gesunken, sodass wir wenigstens bei den öffentlichen Ausgaben einsparen können.

Renovation / Wartung

In unserem Kinderheim mit 40 Kindern gibt es immer viel zu tun. Unser Hauswart ist ständig beschäftigt, denn Gebäude, Möbel und die gesamte Infrastruktur müssen laufend gepflegt und instandgehalten werden. Zu Beginn des Jahres wurde die Aussenmauer innen und aussen frisch gestrichen und verschiedene Bereiche der Gebäude wurden renoviert, damit das Heim wieder freundlicher und farbenfroher wirkt.

Eine besondere Herausforderung besteht darin, den Kindern einen sorgsamen Umgang mit persönlichen und gemeinschaftlichen Dingen beizubringen. Dazu gehören ihre Kleidung, Schuhe und Schulmaterialien, aber auch gemeinsame Einrichtungen wie Sofas, Geschirr oder Spielmaterialien. Viele der Kinder haben in ihrem bisherigen Leben kaum erfahren, wie wichtig es ist, Verantwortung für eigene oder gemeinsame Besitztümer zu übernehmen. Oft fehlten ihnen stabile Bezugspersonen oder ein geregeltes Umfeld, in dem solche Werte vermittelt wurden.

Deshalb sind viel Geduld, konsequente Begleitung und immer wieder liebevolle Erklärungen nötig, damit die Kinder lernen, Dinge wertzuschätzen und sorgfältig damit umzugehen. Für uns bedeuten kleine Fortschritte bereits grosse Erfolge und sind ein wichtiger Schritt auf ihrem Weg zu mehr Verantwortung und Selbstständigkeit.

Feste

Für unsere Kinder sind gemeinsame Feiern und besondere Momente von grosser Bedeutung. Deshalb legen wir grossen Wert darauf, jeden Geburtstag zu feiern. Jedes Kind soll wenigstens einmal im Jahr bewusst im Mittelpunkt stehen, Aufmerksamkeit erhalten und spüren, dass es wichtig und wertvoll ist. Gerade für viele unserer Kinder, die in ihrem bisherigen Leben oft wenig persönliche Zuwendung erfahren haben, sind solche Momente besonders wertvoll und stärken ihr Selbstwertgefühl.

Aber auch andere besondere Tage im Jahr versuchen wir gemeinsam zu feiern, damit die Kinder aus der Alltagsroutine herauskommen und schöne Erinnerungen erleben dürfen. Dazu gehören beispielsweise der Dreikönigstag, der Valentinstag, der Vatertag und weitere kleine Feste im Jahresverlauf.

Diese gemeinsamen Feiern schenken den Kindern Freude, Geborgenheit und Gemeinschaft. Sie helfen ihnen, positive Erlebnisse zu sammeln, Vertrauen aufzubauen und einfach Kind zu sein. Oft sind es gerade diese kleinen, besonderen Momente, die lange in Erinnerung bleiben und den Kindern zeigen, dass sie angenommen und geliebt werden.

Berufsbildungszentrum Santa Rosa de Copán

Interview auf Youtube anschauen…

interview_youtube_preview 

100-Häuserprojekt Unión y Esperanza

In Unión y Esperanza leben derzeit 102 Familien. In den letzten Jahren durften sich die Dorfbewohner auch über die Geburt von zehn Kindern freuen. Eines davon ist sogar im Dorf zur Welt gekommen.

Um das Zusammenleben und den Austausch unter den Bewohnern zu fördern, hat die Stiftung beim Gemeinschaftsraum ein kleines Café eingerichtet. Dort können die Einwohner zusammensitzen, miteinander sprechen und Gemeinschaft erleben.

Ebenfalls befindet sich dort das neue Büro der Stiftung. Unsere Sozialarbeiterin und der Anwalt treffen sich dort mindestens einmal pro Woche, um Interventionsfälle zu besprechen und gemeinsam nach friedlichen Lösungen für die unterschiedlichen Probleme der Familien zu suchen.

Wir sind auch dankbar dafür, dass wir stets einige Lebensmittel auf Vorrat haben. Wenn eine Familie in eine schwierige Situation gerät und nicht genug zu essen hat, weiss sie, dass im Büro Grundnahrungsmittel wie Reis, Bohnen, Gemüsekonserven oder Milchpulver vorhanden sind. So können wir in akuten Notlagen schnell und unkompliziert helfen.

Klinik Heidi

In der Klinik «Heidi» fanden bisher verschiedene Einsätze von Ärztebrigaden statt, bei denen unsere Bewohner kostenlos medizinisch untersucht und behandelt wurden. Zudem erhielten sie die benötigten Medikamente gratis.

Aufgrund des Regierungs- und Parteienwechsels konnten wir die Vereinbarung mit der «Secretaría de Salud» sowie der Gemeinde Quimistán bisher leider noch nicht wie geplant umsetzen. Wir hoffen jedoch, die Zusammenarbeit bald wieder aufnehmen zu können, um die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.

Schule El Alpinista

Im vergangenen Jahr besuchten 275 Schüler die Schule «El Alpinista». In diesem Jahr haben sich bereits 344 Kinder eingeschrieben, was einem Anstieg von rund 25% entspricht.

Obwohl es sich bei der Schule «El Alpinista» um eine öffentliche Schule handelt, werden Schuluniformen sowie Schulmaterialien vorausgesetzt. Mit schwerem Herzen mussten wir feststellen, dass einige Familien aus Unión y Esperanza nicht über die finanziellen Mittel verfügen, um ihre Kinder entsprechend auszustatten. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Kinder nicht regelmässig zur Schule gehen können.

Um sicherzustellen, dass alle Kinder diese wichtige Lebenschance nutzen können, haben wir uns entschieden, Schuluniformen, Schultaschen und Schulmaterialien für die betroffenen Kinder bereitzustellen. So möchten wir dazu beitragen, dass kein Kind aus finanziellen Gründen vom Schulbesuch ausgeschlossen wird.

Zudem eröffnen wir in diesem Jahr das zweite Maturajahr des «Bachillerato en Informática». Dafür wurde ein neuer Informatikraum eingerichtet, um den Jugendlichen optimale Ausbildungsbedingungen zu bieten.