Kinderheim San Pedro Sula
Wir begleiten junge Frauen während des Studiums und beim Einstieg ins Berufsleben. Fünf der älteren Mädchen leben inzwischen in einer WG und üben so Selbstständigkeit. Trotz des INFOP-Streiks konnten wir im Berufsbildungszentrum SRC neun Kurse und an sechs Schulen Informatikunterricht anbieten. An unserer Schule El Alpinista in der Colonia Unión y Esperanza erhalten 288 Kinder vor Ort eine Bildung. Der Pausenverkauf stärkt alleinerziehende Mütter und durch Informatik- und Englischunterricht schaffen wir Perspektiven für eine bessere Zukunft.
Besuch von Tat y Tatta
Tat y Tatta, wie die Kinder Patricias Eltern nennen, haben uns auch dieses Jahr wieder besucht. Alle Kinder freuen sich unglaublich, dass sie hier sind. Tat ist als Handwerker und Flicker überall gefragt. Tatta versucht, Mathematik für Alltagssituationen beizubringen, beispielsweise wie man die Uhr liest, Rückgeld gibt oder andere wichtige alltägliche Dinge erledigt. Am 3. Königstag haben sie einen Dreikönigskuchen gebacken und in jeder Altersstufe eine Königin oder einen König gekrönt.
Als krönenden Abschluss luden sie das gesamte Heim zu einem Tagesausflug in ein schönes Hotel in Tela ein. Alle waren überwältigt. Beim Buffet trauten sowohl die Kinder als auch die Angestellten ihren Augen nicht. Sara, ein sechsjähriges Mädchen, hat sechs Teller gegessen, und Alfred, unser Chauffeur, hat noch nie so viel essen und trinken können wie an diesem Tag.
Sowohl der Pool als auch der Strand gefielen allen und einige meinten sogar, dass dies der schönste Tag ihres Lebens gewesen sei.
Schulstart
Nach den dreimonatigen Schulferien startet im Februar endlich das neue Schuljahr. In diesem Jahr haben wir 21 Primarschüler und -schülerinnen, eine Sekundarschülerin und acht Maturanten.
Da unsere Kinder Privatschulen besuchen, haben sie einige Privilegien: Die Schulen bieten oft eine bessere Bildungsqualität mit qualifizierten Lehrkräften, kleineren Klassen und moderneren Lehrmitteln. In der Regel verfügen sie über ein sichereres Umfeld und legen Wert auf Disziplin, Wertevermittlung und persönliche Förderung. Zusätzlich bieten sie häufig Sprachunterricht und Zugang zu Technologie, wodurch sich für die Schüler bessere Zukunftschancen eröffnen.
Mit grosser Freude dürfen wir berichten, dass wir derzeit zwei junge Frauen auf ihrem Weg zur Krankenschwester unterstützen. Sie haben vor Kurzem ihre Ausbildung begonnen und zeigen großes Engagement. Ebenso begleiten wir zwei Studentinnen, die kurz vor dem Universitätsabschluss stehen. Die eine wird ihr Studium der Rechtswissenschaften, die andere ihr Studium der Psychologie abschließen. Ihr baldiger Abschluss erfüllt uns mit Stolz und bestätigt, wie wichtig nachhaltige Bildungsförderung ist.
Selbstständigkeit durch Wohnen in einer WG
In diesem Jahr hat die Stiftung einen wichtigen Schritt gemacht und der fünf ältesten Mädchen die Chance gegeben, in eine Wohngemeinschaft zu ziehen. Dieser Übergang in die Selbstständigkeit bedeutet, dass sie nun selbst für ihren Alltag verantwortlich sind – sie müssen arbeiten und gleichzeitig studieren. Die Stiftung bezahlt die Miete und öffentliche kosten und begleitet sie weiterhin, aber der Fokus liegt nun auf Eigenverantwortung, Organisation und persönlichem Wachstum.
Berufsbildungszentrum SRC
Streik INFOP
Im Februar 2025 kam es beim honduranischen Berufsbildungsinstitut INFOP zu einem landesweiten Streik, der durch Konflikte zwischen der Institutsleitung und der Gewerkschaft SITRAINFOP ausgelöst wurde. Dabei ging es vor allem um ungerechtfertigte Entlassungen sowie Verletzungen des geltenden Tarifvertrags.
Die Proteste mündeten in der Besetzung von INFOP-Einrichtungen und führten zum kompletten Stillstand des Ausbildungsbetriebs. Auch unsere Kurse waren davon betroffen. Aufgrund des Streiks konnten wir drei Wochen lang keinen Unterricht anbieten.
Wir hatten zuvor eine offizielle Zusammenarbeit mit INFOP unterzeichnet, um gemeinsam berufliche Perspektiven für Jugendliche zu schaffen. Trotz der aktuellen Schwierigkeiten halten wir an dieser Partnerschaft fest und hoffen auf eine nachhaltige Stabilisierung der Situation.
USAID
Im Jahr 2025 wurde die weltweite Schließung aller USAID-Programme angekündigt. Auch Honduras ist davon betroffen. Für uns bedeutet dies den Verlust eines wichtigen Partners, mit dem wir in den letzten Jahren eng zusammengearbeitet haben. Durch USAID konnten wir zahlreiche Sachspenden, darunter Laptops, Computer, Fernseher, Kühlschränke und Klimaanlagen, erhalten. Darüber hinaus haben wir gemeinsam mehrere Aktivitäten und Projekte zur Förderung von Bildung und Jugendpartizipation organisiert.
Kurse im ersten Quartal
Im ersten Quartal haben wir insgesamt neun Kurse angeboten, darunter zwei für Coiffeure sowie je einen für Schlosserei, Nähen, Schreinerei, Duftkerzenherstellung, Reinigungstechniken und handwerkliches Modellieren von Figuren und Accessoires. Die Teilnehmerzahlen pro Kurs lagen zwischen 12 und 19 Personen, sodass wir insgesamt 365 Menschen ausbilden konnten.
Mit Beginn des neuen Schuljahres hat auch der Computerunterricht für sechs öffentliche Schulen wieder begonnen, an dem wöchentlich 183 Schüler teilnehmen.
An der Fachschule für Krankenpflege sind derzeit 44 Schüler eingeschrieben, davon 39 Frauen und 5 Männer.
Unión y Esperanza
Schule El Alpinista
Ein neues Schuljahr voller Hoffnung
Im Januar war die Vorfreude in Unión y Esperanza riesig: Endlich konnten die Kinder in ihre neue Schule einziehen! Dank der Unterstützung der Stiftung Yo Quiero Ser erhielten alle Schülerinnen und Schüler ihre Schuluniformen sowie das notwendige Schulmaterial. Dies war eine logistische Meisterleistung, die im Vorfeld viel Organisation erforderte.
Aktuell besuchen 169 interne und 119 externe Schülerinnen und Schüler die Schule. Die Klassen umfassen zwischen 18 und 44 Kinder. Besonders erfreulich ist, dass 113 Jugendliche der Sekundarstufe, die sonst weite Schulwege nach Cofradía hätten auf sich nehmen müssen, nun direkt in ihrer eigenen Gemeinde unterrichtet werden können, was ein großer Gewinn für die ganze Region ist.
Ein herzliches Dankeschön geht an unsere treue Sponsorfirma communicaziun, die das neue Logo der Schule El Alpinista professionell und modern gestaltet hat.
Pausenverkauf – eine Chance für Mütter
In der Colonia Unión y Esperanza kämpfen viele alleinerziehende Frauen täglich ums Überleben. Umso erfreulicher ist es, dass der Pausenverkauf auf dem Schulgelände für einige von ihnen zu einer wichtigen Einkommensquelle geworden ist.
Insgesamt zehn Frauen verkaufen während der Schulpausen typische Snacks wie Baleadas, Pupusas, Pommes, Chips, Süßgetränke, Süßigkeiten, Pilones, Topogigos, Fruchtsalat und vieles mehr. Der kleine Verkaufsstand ist für sie nicht nur eine wirtschaftliche Stütze, sondern auch ein Schritt in Richtung Selbstständigkeit.
Einige von ihnen konnten sich dank der Einnahmen bereits ein eigenes Zelt, einen neuen Herd oder einen stabilen Verkaufstisch anschaffen – ein kleiner, aber bedeutender Fortschritt für ihre Familien.
Der Pausenverkauf zeigt eindrücklich, wie durch einfache Strukturen Hilfe zur Selbsthilfe entstehen kann und wie die Schule weit über Bildung hinaus Wirkung entfaltet.
Bildung mit Zukunft – Lehrerteam und neue Angebote
Ein starkes Team für eine starke Schule: Der honduranische Staat stellt für unsere Schule in Unión y Esperanza insgesamt elf Lehrkräfte, darunter neun Lehrerinnen, einen Lehrer und eine Direktorin, zur Verfügung. Die Stiftung Yo Quiero Ser finanziert zusätzlich zwei wichtige Stellen: eine Informatiklehrerin und eine Englischlehrerin.
Der neu eingerichtete Computerraum ist dabei die große Attraktion. Bereits ab der ersten Klasse erhalten die Kinder Unterricht im Umgang mit dem Computer, was in ländlichen Regionen eher selten ist. Ab der 4. Klasse kommt Englischunterricht hinzu, der eine wertvolle Vorbereitung für die Zukunft unserer Schülerinnen und Schüler ist.


















































